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Stellungnahme Feuerwehrhaus

 

     

 

Stellungnahme des Kommandanten der Feuerwehr der Stadt Tegernsee, Wolfgang Winkler, zu der Argumentation der Initiative „Pro Feuerwehrhaus Tegernsee“.

Das derzeitige Feuerwehrgerätehaus wurde im Jahr 1926 gebaut. Zu dieser Zeit besaß die Feuerwehr Tegernsee kein einziges motorisiertes Einsatzfahrzeug. Das erste Fahrzeug wurde im Jahr 1927 in Dienst gestellt und war vermutlich die Grundlage zur Planung des bestehenden Gebäudes. Die jetzigen Räumlichkeiten sind abgesehen von mehreren Umbauten und Anbauten weitestgehend unverändert und führen zu folgender Situation:

 

Priorität 1: Es besteht ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Einsatzkräfte!

Die Ein- und Ausfahrten der Fahrzeugstellplätze sind zu klein. Die durchschnittliche Breite der Ausfahrten beträgt 2,70 Meter, bei einer Fahrzeugbreite der Großfahrzeuge von 2,50 Meter. Die Höhe der sechs Hallen des Altbestandes beträgt 3 Meter oder weniger. Die Zufahrt zum Gebäude erfolgt auf demselben Weg, den die ausrückenden Fahrzeuge nehmen, dies ist nach der neuen Richtlinie zum Betrieb von Feuerwehrhäusern nicht mehr zulässig (Unfallgefahr). Der Zugang zum Gebäude erfolgt über eine Türe in der Gebäudemitte und die Verkehrswege im Gebäude verlaufen vor den Fahrzeugen (!). Im Einsatzfall gelangen die Kräfte nach Öffnung der zweiflügeligen Holztore über die Ausfahrten ins Gebäude, bei einer Restbreite der Ausfahrten von 10 cm (!) beidseits, wenn ein Fahrzeug die Halle verlässt. Die Fahrer der Einsatzfahrzeuge befinden sich aufgrund der geöffneten Tore beim Ausfahren in einem ca. zwei Meter langen „Tunnel“ und können nur den Bereich unmittelbar vor dem Fahrzeug einsehen. Seitlich ankommende Einsatzkräfte können nicht erkannt werden, ein Blick über die Spiegel nach hinten ins Gebäudeinnere ist nicht möglich. Ein Großteil der Umkleidespinde befindet sich neben den Fahrzeugen (wo dies möglich ist) bei einer Restbreite in der Halle von knapp einem Meter. Teilweise stehen die Fahrzeuge direkt an der Wand mit einem Abstand von ca. 20 cm. Die restlichen Umkleidespinde befinden sich direkt hinter den Fahrzeugen ohne jegliche Ausweichmöglichkeit bei unbeabsichtigtem zu weitem Rücksetzen beim Einfahren. Bei geöffneten Fahrzeugtüren ist ein Erreichen der Umkleidemöglichkeiten unmöglich. Dies hat in der Vergangenheit häufig zu kleineren Unfällen und Beinaheunfälle geführt. Beschädigungen an den Fahrzeugen sind an der Tagesordnung. Bei den jetzigen Zuständen ist das Eintreten eines Worst-Case-Szenario, bei dem ein Feuerwehrangehöriger schwere oder tödliche Verletzungen erleidet, leider nur eine Frage der Zeit. Zu bedenken in diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache, dass bei Feuerwehreinsätzen höchste Eile geboten ist und die Kräfte erhöhtem Stress ausgesetzt sind. 

 

Priorität 2: Es besteht ein Sicherheitsrisiko für die Bewohner unseres Schutzbereichs!

Dringend benötigte Ersatzbeschaffungen von Fahrzeugen und Gerät können nicht getätigt werden, da Neufahrzeuge aufgrund ihrer Größe nicht eingestellt werden können. Beispiel: Die einzige dreiteilige Schiebleiter mit einer Länge von 14 Meter befindet sich auf einem Löschfahrzeug aus dem Jahr 1990. Beim Löschfahrzeug aus dem Jahr 2006 musste auf diesen eigentlich erforderlichen Ausrüstungsgegenstand verzichtet werden, da es sonst nicht in die Halle gepasst hätte. Dies war nur aufgrund einer Sondergenehmigung möglich. Bei einem Ausfall des fast 30 Jahre alten Fahrzeuges können wir diese Leiter zur Menschenrettung nicht in den Einsatz bringen.

Bei einem schweren Unfall während des Ausrückens im Feuerwehrgerätehaus ist die Feuerwehr nicht mehr handlungsfähig.

 

Priorität 3: Es besteht eine erhebliche Gesundheitsgefährdung der Einsatzkräfte!

Eine heutzutage geforderte und dem Stand der Technik entsprechende Abgasabsauganlage kann nicht nachgerüstet werden. Abgase der sieben Dieselfahrzeuge werden nicht aus dem Gebäude abgeführt. Eine „Schwarz-Weiß-Trennung“ im Gebäude ist nicht möglich. Kontaminierte Einsatzkleidung nach einem Brandeinsatz wird neben die Privatkleidung gehängt. Reinigungsmöglichkeiten gibt es nicht. Kontaminierte Ausrüstungsgegenstände können nicht gereinigt werden und lagern teilweise im Aufenthaltsbereich. Es existiert eine (!) Dusche für die Einsatzkräfte.

 

Priorität 4: Es bestehen betriebliche Mängel!

Ausrüstungsgegenstände müssen aufgrund der räumlichen Situation im Freien oder auf den Verkehrswegen im Gebäude gelagert werden, was wiederum zu einer erheblichen Unfallgefahr führt. Aufgrund der viel zu kleinen Stellplätze müssen Fahrzeuge für Wartungen aus der Halle gefahren werden, um die Arbeiten an Fahrzeug oder Gerät durchzuführen, auch im Winter.  Es bestehen keine getrennten Umkleidemöglichkeiten für die weiblichen Einsatzkräfte oder die Jugendlichen, die ihre Grundausbildung ableisten. Es existiert ein Büro für die beiden Kommandanten, drei Zugführer und 12 Gruppenführer. Bei länger andauernden Einsätzen, wie z.B.: Hochwasser, die über mehrere Tage gehen, ruhen sich die Einsatzkräfte zwischen benutzten Gerätschaften in der Halle aus, bis sie den nächsten Einsatz fahren. Sozialräume sind nicht in ausreichender Zahl vorhanden.

 

Priorität 5: Baulicher Zustand des Gebäudes!

Das über 90jährige Gebäude weist inzwischen erhebliche bauliche Mängel auf, dies ist darauf zurückzuführen, dass das Gebäude nie für eine Gewichtsbelastung der heutigen Einsatzfahrzeuge ausgelegt war. Bei einigen Stellplätzen kommt es zur Rissbildung im Bodenbereich. In einer Halle (ELW) ist diese so deutlich, dass eine weitere Verwendung fraglich erscheint. Die energetischen Werte der Holztore sowie des restlichen Gebäudes sind mangelhaft.

 

Argument Initiative PRO Feuerwehrhaus Tegernsee

Fakten

Die Stadt Tegernsee hat sich nun entschlossen, das historische Feuerwehrhaus abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, obwohl die von der Stadt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie ergeben hat, dass ein Erhalt möglich ist!

Die Suche nach Lösungen zu der bestehenden Problematik, wurden von Seiten der Feuerwehr im Jahr 2014 gestartet und dem Stadtrat vorgetragen. Daraufhin wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, welche aufzeigen sollte, ob das vorhandene Gelände DIN-gerecht bebaut werden kann oder andere geeignete Standorte innerhalb des Ortsgebietes vorhanden sind. Die Studie ist gegenüber der Meinung der Initiative keine Planung, sondern ein reines Arbeitsdokument, mit welchem in die weitere Planung sowie Koordinierung mit Vertretern der Regierung und der Kommunalen Unfallversicherung gegangen wurde.

 

Es ist möglich, das einzigartige Feuerwehrhaus so umzubauen und zu erweitern, dass ein voll funktionsfähiger Komplex entsteht, der auch noch viel kostengünstiger als ein Total-Abriss und Total-Neubau wäre!

 

Die Feuerwehr würde bekommen, was für ihre Arbeit notwendig ist.

 

Bei Umbau und Erweiterung ließe sich durch die Einsparung der 1.800.000 € auch die Tiefgarage problemlos finanzieren

Durch die Um-/Anbaulösung besteht weiterhin ein enormes Sicherheitsrisiko im bestehenden Gebäudekomplex, welches nicht gelöst werden kann. Der Vertreter des KUVB erteilte dieser Lösung daher eine deutliche Absage. Zudem wäre es wieder ein Anbau der die Platzproblematik nur vorübergehend löst. Daher wurde vom Regierungsvertreter diese Variante abgelehnt und die staatliche Förderung hierfür verweigert. Begründung ist die mangelnde Sicherheit sowie die fehlende Nachhaltigkeit. 

Weitere Gründe sind die zu erwartenden Nachteile bezüglich der Funktionalität. Es müssten Teile der bestehenden Fahrzeughalle in Funktionsräume inkl. der Verkehrswege umgebaut werden. Da auf die baulichen Gegebenheiten Rücksicht genommen werden muss, kann eine Funktionalität, wie es den heutigen Anforderungen entspricht, nicht erreicht werden. Ein eingeplanter Stellplatz (KdoW) im bestehenden Gebäude ist nach Meinung der Feuerwehr nicht nutzbar. Daher müsste auf die dringend benötigte Wasch-/Wartungshalle verzichtet werden, die für den Werterhalt der Fahrzeuge und Geräte unverzichtbar ist.

Die Kosten für einen Umbau des bestehenden Gebäudes entspringen einer Schätzung und haben bei vergleichbaren Gebäuden gezeigt, dass diese meist deutlich teurer ausfielen.

 

Mit dem gesparten Geld könnte man auch noch problemlos die in der Machbarkeitsstudie optional vorgesehene Tiefgarage realisieren und so den idyllischen und beliebten Spielplatz dort retten.

Es ist bedenklich, bei einer Übergangslösung, die ein Umbau darstellt, von einer Kosteneinsparung zu reden. Die für die Zukunft benötigten Lagerräume könnten nicht realisiert werden, ein Totalabriss und Neubau in den nächsten Jahrzehnten ist die Folge.

Die Errichtung einer Tiefgarage wurde von Seiten des KUVB kritisch gesehen, da Einsatzkräfte im Alarmfall nur über Treppen die darüber liegende Etage erreichen. Vom Regierungsvertreter würde eine Tiefgarage nur befürwortet, wenn keine andere Lösung machbar wäre.  Eine Tiefgarage verhindert die Errichtung von dringend benötigten Kellerräumen und ist äußerst kostspielig in der Errichtung und Unterhaltung. Das wichtigste Argument in diesem Zusammenhang ist aber die Zuwegung zur Garage. Hierfür müsste eine Rampe errichtet werden, um mit den Fahrzeugen das Untergeschoss zu erreichen. Diese Rampe wäre in den Dimensionen in etwa so groß wie der benötigte Parkplatz im Freien und könnte auch nur auf dem Spielplatzgelände realisiert werden. Zudem wird vor den Fahrzeughallen eine ausreichend bemessene Fläche für den Übungs- und Wartungsdienst gefordert (Innenministerium), diese kann bei allen Varianten nicht dargestellt werden. Als Kompensationsmaßnahme ist der Parkplatz eingeplant. 

 

Wir achten die Arbeit der Feuerwehr und sind dafür, dass sie dafür die notwendigen Räumlichkeiten, Flächen und Ausstattungen erhält.

Bis zum heutigen Tag hat kein Vertreter der Initiative „Pro Feuerwehrhaus Tegernsee“ das Gespräch mit den Verantwortlichen der Feuerwehr gesucht. Der Feuerwehr war es immer ein Anliegen einen offenen Umgang mit dem Thema zu pflegen und die Bevölkerung mit einzubinden. Aus diesem Grund wurde eine Informationsveranstaltung im Feuerwehrgerätehaus abgehalten, die von fünf (!) Bürgern besucht wurde. 

 

Wir respektieren auch die Absicht der Stadtratsmehrheit, die Wünsche der Feuerwehr weitest möglich zu erfüllen, auch als Dank für ihren gemeinnützigen Einsatz

Vertreter der Initiative waren bei keiner einzigen Stadtratssitzung anwesend! Die zeitgemäße Unterbringung der Fahrzeuge und Gerätschaften entspringt nicht den Wünschen der Feuerwehrdienstleistenden oder ist als „Geschenk“ gedacht. Es ist eine Pflichtaufgabe der Kommunen Feuerwehren aufzustellen, auszurüsten und zu unterhalten. Die Verantwortung für den Dienstbetrieb und die Sicherheit liegt beim Bürgermeister und nachrangig dem von ihm ernannten Kommandanten.

 

Die Kinder hätten weiter ihren Spielplatz – statt einer neuen Autofläche.

Es war nie ein Thema den Spielplatz aufzulösen. Es war von Anfang an klar, dass der Spielplatz lediglich verlegt wird. Im Kurgarten soll ein neuer Spielplatz errichtet werden, da dort auch die nötige Infrastruktur vorhanden ist. Bei der „Autofläche“ handelt es sich um einen angelegten und begrünten Parkplatz der für einen sicheren Dienstbetrieb unverzichtbar ist. Da der Parkplatz nur Feuerwehrdienstleistenden und möglichen Bewohnern des Gebäudes zur Verfügung steht, ist von einer vergleichbar geringen Frequention auszugehen. 

Von Seiten der Feuerwehr stimmt es bedenklich, wenn eine Verlegung des Spielplatzes eine höhere Priorität besitzt als die Sicherheit ehrenamtlicher Einsatzkräfte.

 

 

Tegernsee, 18.09.2018

Imagefilm 2018

FFT Imagefilm 2018

Am Sonntag den 18. Februar 2018 war Premiere unseres neuen Imagefilms im Kino am Tegernsee.
Ab sofort steht der Film zur Ansicht auf YouTube zur Verfügung.
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Imagefilm Reloaded


Seit März 2017 arbeiten wir an einem weiteren Imagefilm für unsere Feuerwehr. Nachdem der erste Film erfreulich viel positive Resonanz und Zustimmung gefunden hat, sind wir nun herausgefordert dies zu toppen. 

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